Am vergangenen Freitag, 03. Juli 2026 durften wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern einen wichtigen Meilenstein im Innosuisse-Forschungsprojekt RESILIENTIS erleben. Gastgeber war die Swisscom Services AG in Bern. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von neun Betreiberorganisationen kritischer Infrastrukturen (KRITIS) haben wir die bisherigen Erkenntnisse reflektiert und den nächsten Projektschritt vorbereitet.
Besonders wertvoll war dabei der offene Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Genau diese Zusammenarbeit ist es, welche die Grundlage dafür schafft, dass aus Forschung konkrete Führungsinstrumente entstehen.
Von der Identifikation zur Bewertung
Wir haben die erste Projektphase weitgehend abgeschlossen. Im Zentrum stand die Frage:
Welche Szenarien und Einzelrisiken sind für Betreiber kritischer Infrastrukturen tatsächlich relevant?
Dabei zeigte sich schnell, dass viele Risiken organisationsübergreifend identisch sind – etwa Cyberangriffe oder globale Lieferkettenstörungen. Gleichzeitig bringt jede Branche ihre eigenen spezifischen Herausforderungen mit.
Mit diesem gemeinsamen Verständnis wechseln wir nun in die zweite Projektphase.
Dort entwickeln wir eine Multi Criteria Decision Analysis (MCDA) als objektive Bewertungsmethodik. Ziel ist es, Risiken künftig nicht nur qualitativ zu beschreiben, sondern anhand nachvollziehbarer Kriterien zu bewerten, miteinander zu vergleichen und zu priorisieren.
Damit schaffen wir die Grundlage für die nächsten Schritte:
- strukturierte Szenarioanalysen,
- nachvollziehbare Resilienzmessungen,
- transparente Priorisierung von Massnahmen,
- sowie fundierte Entscheidungsgrundlagen für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungen.
Resilienz messbar machen
Resilienz wird häufig als strategisches Ziel formuliert.
Die eigentliche Herausforderung beginnt jedoch dort, wo die Frage gestellt wird:
Wie messen wir Resilienz?
Genau hier setzt RESILIENTIS an.
Unser Anspruch besteht darin, aus Szenarien, Einzelrisiken und deren gegenseitigen Abhängigkeiten ein nachvollziehbares Bewertungsmodell zu entwickeln. Dieses soll Organisationen dabei unterstützen, ihre Widerstandsfähigkeit systematisch weiterzuentwickeln und Investitionen dort zu priorisieren, wo sie den grössten Beitrag zur Resilienz leisten.
Wissenschaft und Praxis arbeiten gemeinsam
Was uns am Projekt besonders begeistert, ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlichster Organisationen.
Forschung liefert Methoden.
Praxis liefert Erfahrungen.
Gemeinsam entstehen Lösungen, die im Führungsalltag tatsächlich eingesetzt werden können.
Ein herzlicher Dank geht an alle Projektpartner, insbesondere an die Hochschule Luzern, das Paul Scherrer Institut, die Swisscom Services AG als Gastgeberin sowie an die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten KRITIS-Organisationen für den engagierten Austausch.
Weiterführende Informationen
Prof. Dr. Mirjam Gruber-Durrer hat den Meilensteintag ebenfalls aus Sicht der Projektleitung zusammengefasst. Ihr Beitrag ergänzt die wissenschaftliche Perspektive auf unseren gemeinsamen Projekttag hervorragend.
LinkedIn-Beitrag von Prof. Dr. Mirjam Gruber-Durrer:
https://www.linkedin.com/posts/mirjam-gruber-durrer_resilientis-innosuisse-kritis-activity
Wir freuen uns auf die nächsten Monate, in denen wir den Übergang von der Identifikation relevanter Szenarien hin zu einer objektiven und nachvollziehbaren Bewertungsmethodik gestalten werden.
Denn Resilienz entsteht nicht zufällig.
Sie entsteht dort, wo gute Führung auf fundierte Analysen und gemeinsame Zusammenarbeit trifft.



